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Nachrichtenarchiv Mineralbrunnen Überkingen GmbH & Co. KGaA

Bereinigung führt zu negativen Ergebniseffekten

Strukturelle Veränderungen erhöhen die Handlungsfähigkeit der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG

  • Restrukturierung der Unternehmensgruppe schreitet voran
  • Absatzentwicklung bei Mineralwasser und Erfrischungsgetränken auf Vorjahresniveau
  • Beteiligungsergebnis von 12,8 Mio. Euro durch neue Zuordnung
  • Ergebnis des aufgegebenen Bereichs belastet Konzernergebnis
  • Bereinigtes Jahresergebnis im Konzern von -5,6 Mio. Euro

Stuttgart, 28. April 2011 – Das Geschäftsjahr 2010 der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG war von weitreichenden Restrukturierungen geprägt. Zum Jahreswechsel wurde der defizitäre Brunnenbetrieb in Bad Überkingen veräußert. Daraus resultiert im Konzern gemäß IFRS im Berichtsjahr ein letztmaliger negativer Ergebniseffekt von -19,0 Mio. Euro. Im Rahmen der Restrukturierung wurden zuvor die ehemaligen Niederlassungen in Bad Teinach, Kißlegg und Bad Überkingen ausgegliedert und als eigenständige GmbHs mit stärkerer Selbstverantwortung aufgestellt. Mit der Veräuße­rung der Mineralbrunnen Überkingen GmbH hat sich die Unternehmensgruppe um einen wesentlichen Verlustbringer bereinigt und ist damit zukünftig handlungsfähiger.

Die strukturelle Neuaufstellung findet in einem stagnierenden Marktumfeld statt. Zwar hat sich die deutsche Wirtschaft von der schweren Rezession schneller erholt als erwartet, allerdings basiert diese Entwicklung im Wesentlichen auf der Nachfrage nach Investitionsgütern und der Exportnachfrage. Im Getränkemarkt war bei den alkoholfreien Getränkesorten eine stagnierende Mengenentwicklung zu verzeichnen. Im Fruchtsaftbereich belasteten schlechte Ernten und gestiegene Rohstoffpreise die Margensituation der Hersteller. Insgesamt setzt sich in der Branche der anhaltende Preisdruck weiter fort.

Marktkonforme Absatzentwicklung in der Unternehmensgruppe

Bei der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG verlief der Absatz in allen Getränkesegmenten weitgehend marktkonform. Trotz Wegfall des Ende 2009 verkauften Standorts Bad Imnau konnte im Konzern im Bereich Mineralwasser und Süßgetränke das Vorjahresmengenniveau (-0,6 Prozent) weitgehend bestätigt werden. Im Fruchtsaftbereich sank der Absatz um 6,0 Prozent. 

In der AG minderte sich der Umsatz – unter Berücksichtigung der ausgegliederten ehemaligen Niederlassungen – auf 10,7 Mio. Euro (2009: 98,8 Mio. Euro). Unter Einbeziehung der seit dem Berichtsjahr nur noch im Konzern abgebildeten Umsätze der genannten Tochtergesellschaften wurde mit 97,3 Mio. Euro nahezu das Vorjahresniveau (2009: 98,8 Mio. Euro) erreicht. Im Konzern betrug der Umsatz 148,7 Mio. Euro (2009: 168,8 Mio. Euro).

Kostenentwicklung durch Mengenrückgang geprägt

Im Berichtsjahr sanken im Konzern aufgrund von Sondereffekten im Jahr 2009 die sonstigen betrieblichen Erträge auf 7,4 Mio. Euro (2009: 11,6 Mio. Euro). Die Materialkosten gingen ebenfalls zurück: Der Aufwand für Rohstoffe war um 9,8 Prozent rückläufig, die Aufwendungen im Konzern für bezogene Leistungen reduzierten sich um 9,7 Prozent. 

Der Personalaufwand ging deutlich zurück, dies erklärt sich durch die planmäßige Reduzierung von Stellen im Rahmen von Altersteilzeit, die Zusammenfassung von Funktionsbereichen und Abbau bedingt durch organisatorische Veränderungen. Die Personalkosten im Konzern sanken um 28,3 Prozent. Rund die Hälfte des Rückgangs resultiert aus dem – in 2009 – noch notwendigen Aufwand für Restrukturierungen (beispielsweise Standort Bad Imnau).

Der im Berichtszeitraum entstandene Aufwand für Abschreibungen beinhaltet im Konzern außerplanmäßige Abschreibungen von rund 15,3 Mio. Euro. In der AG fielen außerplanmäßige Abschreibungen von 12,8 Mio. Euro an. Ursache hierfür sind im Wesentlichen die Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Veräußerung des Brunnenbetriebs in Bad Überkingen.

Die Betrachtung der operativen Ergebnisentwicklung der verbliebenen Unternehmensbereiche zeigt, dass sich das Unternehmen schrittweise verbessern konnte. Die bereinigte Konzernbetrachtung (ohne die aufgegebenen Bereiche) führt zu einem deutlich verbesserten EBIT von -3,6 Mio. Euro (2009: -6,4 Mio. Euro). Das EBITDA im Konzern betrug 9,8 Mio. Euro (2009: 10,6 Mio. Euro) und weist eine Rendite von 6,59 Prozent (2009: 6,28 Prozent) aus.

Positive Ergebnisentwicklung der Tochtergesellschaften

Der operative Geschäftsverlauf der Tochtergesellschaften hat sich im Berichtsjahr weiterhin positiv entwickelt. Die einzelnen Gesellschaften haben sich in ihrem Marktumfeld gut behauptet und bestätigen ihre starke Positionierung in den jeweiligen Kernregionen. Die Ergebnisabführung in der AG erhöhte sich aus den Beteiligungen aufgrund der neuen Beteiligungsstruktur auf +12,8 Mio. Euro. Die Fachingen Heil- und Mineralbrunnen GmbH verzeichnete mit einer Umsatzsteigerung von 1,6 Prozent einen deutlich positiven Ergebnisbeitrag an die Muttergesellschaft. Insbesondere das Mineralwasser Staatl. Fachingen Medium war Werttreiber und überkompensierte den Rückgang im Heilwassermarkt. Auch die Tochtergesellschaf­ten Mineralbrunnen Teinach GmbH, Mineralbrunnen Krumbach GmbH sowie die Niehoffs Vaihinger Vertriebs GmbH lieferten ebenfalls einen positiven Wertbeitrag für den Konzern. Der Fruchtsaftbereich mit der Tucano Holding GmbH blieb, bedingt unter anderem durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise, in der Absatz- und Ergebnisentwicklung unter den Erwartungen, konnte jedoch ein positives operatives Ergebnis erzielen. Die zum Jahresende 2010 veräußerte Mineralbrunnen Überkingen GmbH belastete erneut das Konzernergebnis.

Jahresergebnis maßgeblich durch aufgegebenen Bereich belastet

Die diesjährige Ergebnisbetrachtung wird aufgrund der Entwicklungen im Konzern differenziert dargestellt: „bereinigt“ für die zukünftigen Geschäftsbereiche und „unbereinigt“ mit den einmaligen Belastungen aus dem veräußerten Brunnenbetrieb in Bad Überkingen. Der einmalige Ergebniseinfluss des aufgegebenen Bereichs belastete das Konzernergebnis 2010 mit -19,0 Mio. Euro. Das bereinigte Jahresergebnis beträgt -5,6 Mio. Euro (2009: -9,3 Mio. Euro), unbereinigt und unter Berücksichtigung der Sondereffekte schließt der Konzern gemäß IFRS mit -24,6 Mio. Euro ab.

Für das Geschäftsjahr 2010 wird – entsprechend der Prognose auf der Hauptversammlung im Juli 2010 – aufgrund des negativen Jahresergebnisses der diesjährigen Hauptversammlung vorgeschlagen, keine Dividende auf die Stammaktien sowie die Vorzugsaktien auszuschütten.

Eigenkapitalquote in der AG von 31,3 Prozent

Die signifikante Portfoliobereinigung wirkte im Berichtsjahr auch auf die Eigenkapitalquote. Zum Ende des Berichtsjahres verzeichnete die AG einen Rückgang der Eigenkapitalquote auf 31,3 Prozent (2009: 37,5 Prozent, gemäß BilMoG) und im Konzern von 17,2 Prozent (2009: 27,7 Prozent).

Ausblick 2011

Mit dem Wechsel des Börsensegments setzt die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG auf einen reduzierten administrativen sowie monetären Aufwand. Der Wechsel soll in Frankfurt vom regulierten Markt in den Teilbereich Entry Standard im Open Market und in Stuttgart vom regulierten Markt in den Teilbereich Freiverkehr Plus im Freiverkehr erfolgen. Die Gesellschaft geht davon aus, dass die Maßnahme im laufenden Geschäftsjahr abgeschlossen wird.

Für dieses Jahr hat sich die Unternehmensgruppe zum Ziel gesetzt, die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen erfolgreich abzuschließen und das nachhaltige sowie tragfähige Unternehmenskonzept zu implementieren. Die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG erwartet dadurch die Generierung deutlicher Wachstumsimpulse. In der Marktbearbeitung konzentriert sich das Unternehmen im Wesentlichen auf die regionalen Märkte und setzt hierfür auf eine gebündelte Marken- und Vertriebskraft. Weiterhin werden die volumen- und ertragsstarken Produkte im jeweiligen Segment fokussiert. Die Unternehmensgruppe versteht sich als Systempartner aller Handelspartner mit dem Ziel, ihre strategische Positionierung sowie ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Das Unternehmen geht für das Geschäftsjahr 2011 davon aus, dass – nach Ausgliederung der Brunnenbetriebe und der Veräußerung des Brunnenbetriebs in Bad Überkingen – der Konzernumsatz des Vorjahres wieder erreicht wird. Es wird nach Veräußerung ertragsbelastender Unternehmensteile, ohne Berücksichtigung von Restrukturierungsaufwendungen, ein ausgeglichenes operatives Konzernergebnis erwartet. Für 2012 sowie die Folgejahre geht das Unternehmen von nachhaltig positiven Ergebnisbeiträgen aus.

 

Unternehmensentwicklung auf einen Blick
Kennzahlen in Mio. Euro

  AG           Konzern        
  2010 2009 2008 2007 2006   2010 2009 2008 2007 2006
Umsatz 10,7 98,8 110,3 110,7 118,4   148,7 168,8 192,8 117,8 132,6
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 258 630 680 693 721   760 832 939 769 832
Personalaufwand 13,3 30,3 32,2 31,6 31,6   34,2 47,7 50,1 35,2 38,3
Investitionen
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
2,5 5,0 16,9 21,1 4,3   5,9 5,9 15,7 22,1 5,5
EBITDA   4,9 -5,9 11,0 15,7   9,8 10,6 6,0 13,9 24,9
EBITDA-Rendite in %   5,0 -5,3 9,9 13,3   6,6 6,3 3,1 11,8 18,8
Abschreibungen 15,7 11,4 16,2 12,5 14,0   16,3 23,8 26,0 18,2 17,6
EBIT   -6,5 -22,0 -1,6 1,7   -3,6 -6,4 -20,0 -4,3 7,3
EBIT-Rendite in %   -6,6 -20,0 -1,4 1,4   -2,5 -3,8 -10,4 -3,6 5,5
Jahresergebnis -23,7 -2,4 -20,0 3,6 7,4   -24,6 -9,3 -18,6 -2,1 13,2
Cashflow   7,2 -5,4 14,1 19,7   8,4 10,2 9,2 16,8 26,9
Ergebnis je
Stammaktie in Euro
            -3,10 -1,12 -2,20 -0,28 1,48
Ergebnis je Vorzugsaktie in Euro             -2,99 -1,01 -2,09 -0,17 1,56

Kontakt

Nicole Gotter
IR / PR-Referentin – Presse und Investor Relations

Mineralbrunnen Überkingen-Teinach GmbH & Co. KGaA
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D-73337 Bad Überkingen

Telefon 07331/201-270
Telefax 07331/201-430
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